Auszüge aus der Abschlußarbeit zur Tai Chi Lehrerausbildung von

Diana Poppich:

  An meine Füße

Ihr seid mein Anfang und mein Ende.
Ihr seid meine Wurzeln, aus der ich meine Kraft beziehe.
Ihr tragt mich überall hin.
Durch euch kommt mein Körper in die Bewegung.
Ihr gebt mir einen festen Stand.
Ich berühre mit euch den Boden,
fühle die Beschaffenheit der Erde.
Ich nehme die Energie der Erde durch euch auf
und übergebe sie dem ganzen Körper.
Ihr seid meine Flügel.
Ich nehme mich durch euch wahr.
Ihr seid das Geben und das Nehmen,
das Festhalten und das Loslassen.
Meine Liebe strömt durch euch.
Durch euch kann ich verbrauchte Energie an die Erde angeben.
Ihr erklärt mir das Leben, meine Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit.
Ihr seid meine Lehrer.
Ihr seid mein Tanzen, mein Laufen, meine Rast.
Ich erfahre durch euch Glück und Zufriedenheit.
Ihr seid mein Fühlen.
Ihr seid meine Festigkeit und meine Leichtigkeit.
Ihr seid mein Voranschreiten in meinem Leben.
Ihr seid mein Verstehen.



"Wohin geht Ihr?"
fragte ich meine Füße,
nachdem sie mich jahrelang getragen haben.

"Wohin geht Ihr?"
fragte ich meine Füße,
nachdem sie endlos viele Schritte
auf meinen Weg gegangen sind.

"Wohin geht Ihr?"
fragte ich meine Füße,
nachdem die Spuren, die sie hinterlassen hatten
vom Winde verweht und davongetragen wurden.

"Wohin geht Ihr?"
fragte ich meine Füße,
Erstaunt blieben sie stehen,
"Siehst Du es nicht?"

Als ich endlich gehen wollte,
um die Welt in mir selbst zu entdecken,
und ich den ersten Schritt wagte,
zerriss der Schmerz mir fast des Herz.

Wusste ich nicht,
das mein Weg steinig sein kann,
oder von Dornen umgeben.
Dachte doch nur an sandige Strände
und an sanfte Bewegungen der Wellen.

Wie konnt ich wissen,
dass auch der Sand von Hitze erfüllt,
mir die Füße verbrennen kann,
und das Wasser auch die Gabe hat,
alles mitzureißen und zu zerstören.

Jetzt, da ich ein Stück meines Weges gegangen bin,
viele Schritte gewagt habe,
große und kleine, leichte und schwere,
begleitet mich mit jeden neuen Aufsetzen meine Füße
die Neugier.
"Was hält das Leben noch für mich bereit?"

Meine Augen redeten mit deinen Füßen.
Und Tag für Tag,
Stund um Stunde,
flüsterten sie mir deine Geschichte.

Jeder Schritt von dir
erzählte mir aus deiner Vergangenheit,
zeigt mir die gegenwart,
und das,
was du wirklich fühlst.

Jetzt weiß ich-
du bist,
wie deine Füße
verletzlich, traurig,
und schön.



Als ich endlich die Schuhe auszog,
die mich bedrückten und erdrückten,
wie mein ganzes Leben,
fühlte ich mich nackt.

Als ich endlich die Schuhe,
die mich bedrückten und erdrückten dem Feuer übergab,
verbrannte mit ihnen jeder Schritt meines Weges,
der nicht mein eigener war.

Als endlich die Schuhe,
die mich bedrückten und erdrückten,
nichts weiter waren als erkaltende Asche,
tanzte ich darin
den Tanz meines Lebens
voller Träume und Lebensmut.

Als endlich meine Füße,
vom Grau der Asche meiner Schuhe,
die mich bedrückten und erdrückten,
bedeckt waren,
wagte ich die ersten Schritte und sah:
Jetzt kann ich wahre Spuren hinterlassen.

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